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Nachhaltig verpacken. Geht das?

Nachhaltig verpacken. Geht das?


Nachhaltig verpacken. Geht das?

Die Themen Nachhaltigkeit, Verpackungen, Onlinehandel und Konsumverhalten stehen heutzutage mehr im Fokus denn je. Wir, als einer der größten Hersteller für Papiere und papierbasierte Verpackungen in Europa und den USA, beschäftigen uns natürlich ganz besonders mit allen Aspekten rund um die Verpackung bzw. alle sogenannten verpackungsbezogenen Prozesse. Dabei steht nicht nur die fertige Verpackung im Fokus, sondern der gesamte Beschaffungs- und Herstellungsprozess – von der Rohfaser über die Produktion und Nutzung einer Verpackung bis hin zum Recycling.


Inwiefern können Verpackungen also nachhaltig sein? Wann macht es Sinn Produkte zu verpacken? Sind papierbasierte Verpackungen immer nachhaltiger als Kunststoffe?
Wir versuchen hier einige Antworten auf diese Fragen zu geben. 

Fangen wir mit der ersten Frage an: Inwiefern können Verpackungen nachhaltig sein?

Verpackungen sind dann nachhaltig, wenn sie nach ihrer Verwendung gesammelt und recycelt werden können. Darüber hinaus sind sie nachhaltig, wenn sie die Produkte, die sie transportieren, sicher vor Beschädigungen schützen. Das bedeutet, dass Güter wie z.B. Obst und Gemüse mittels Verpackungen während des Transports insofern geschützt werden, als dass die Lebensmittel anschließend noch verkauft und verzehrt werden können. Ohne einen ausreichenden Schutz durch Verpackungen würden deutlich mehr Produkte während des Transports und der Lagerung beschädigt, welche im Umkehrschluss zusätzlich produziert und transportiert werden müssten. Bei einem LKW mit 1000kg Ladung würde das ca. 20kg CO² auf 100km Transportweg ausmachen. Wenn man bedenkt, dass eine Buche im Jahresdurchschnitt nur 12.5kg CO² aufnehmen kann und Waldflächen begrenzt sind, sollte man daher unnötige Fahrten und damit zusätzliche Emissionen möglichst vermeiden.

 

Wann macht es Sinn, Produkte zu verpacken?

Abgeleitet von der ersten Frage macht es immer dann Sinn Produkte zu verpacken, wenn sie dadurch geschützt werden. Zum Beispiel beim Transport oder bei der Lagerung. Durch die starke Veränderung des Konsumverhaltens im Online Shopping in den letzten Jahren hat sich der Jahresumsatz von 37,7 Milliarden Euro in 2013 mit prognostizierten 68,3 Mrd. Euro in 2019 fast verdoppelt - und das allein in Deutschland. Dieses Umsatzvolumen spiegelt sich auch in der Anzahl der versendeten Pakete wieder, welche im Jahr 2017 bei 3,4 Milliarden, Tendenz steigend, lag. Der Bedarf an Verpackungen, die genau dafür konzipiert sind Produkte effektiv zu schützen, steigt also kontinuierlich. Und exakt diese Veränderung ist ein wichtiger Punkt für die dritte Frage:

 

Sind papierbasierte Verpackungen immer nachhaltiger als Kunststoffverpackungen?

Obwohl wir Papiere und papierbasierte Verpackungen herstellen wäre die Aussage, dass Kunststoffverpackungen per se weniger nachhaltig sind als papierbasierte Verpackungen, nicht pauschal korrekt. Hier kommt es zum einen wieder auf den Schutzfaktor an und zum anderen darauf, dass es bestimmte Produkte gibt, die nun einmal nicht ausnahmslos mit Papier zu verpacken sind - beispielsweise Flüssigkeiten wie Getränke oder Duschgels. Durch das Umdenken bezüglich Nachhaltigkeit gibt es aber immer mehr Alternativen am Markt, die sich genau diesen speziellen Gütern annehmen. So werden beispielsweise Weine heute schon deutlich häufiger in sogenannten Bag-in-Box Systemen verkauft. Das sind Kombination aus einem Karton und einem Kunststoffbeutel mit Zapfhahn, welche eigens dafür konzipiert sind, die Menge an benötigtem Kunststoff zu reduzieren.

Trotz aller Innovationen im Kunststoffbereich hat Papier jedoch einen entscheidenden Vorteil – es ist unter natürlichen Umständen biologisch abbaubar. Das bedeutet, dass wenn Papier unkontrolliert in der Umwelt landet (also am Recyclingsystem vorbei) es innerhalb kürzester Zeit natürlich und rückstandslos abgebaut wird. So verschwindet Papier in unseren Ozeanen beispielsweise schon nach ein paar Tagen vollständig, wohingegen normaler Kunststoff mehrere Jahrhunderte verbleibt und sich in immer kleinere Partikel zersetzt. Aus diesem Grund arbeitet, forscht und investiert Smurfit Kappa fortlaufend stark in die Optimierung von Anlagen, Prozessen und Abläufen, um zum einen Verpackungen zu entwickeln, die mit immer weniger Verpackungsmaterial auskommen bzw. Kunststoffe ersetzen und zeitgleich, um den Energiebedarf der Papier- und Verpackungsherstellung zu senken. Erste Erfolge bei der Realisierung dieser Vorhaben konnten wir 2018 bereits erzielen, indem wir 26,1 % an CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen pro Tonne einsparen und unser gesetztes Ziel für 2020 bereits 2 Jahre früher als geplant erreichen konnten. Daneben arbeiten wir gemeinsam mit unseren Kunden daran, auch deren ökologischen Fußabdruck mit der für Sie nachhaltigsten Verpackung zu reduzieren. 


Quellenangaben:  

www.co2online.de
de.statista.com
www.nordbayern.de
www.klimanko.de